Astrid Viciano, wie lautet die Formel des Widerstands?
Die Lesung und das Gespräch mit Astrid Viciano waren Teil der dreiteiligen Reihe des Bildungszentrums zu Timothy Snyders „Zwanzig Lektionen für den Widerstand“. Im Mittelpunkt stand die Lektion „Denk an deine Berufsehre“ und wie sie sich in historischen wie aktuellen Kontexten zeigt. Ausgangspunkt ist Vicianos 2024 erschienenes Buch „Die Formel des Widerstands. Wie Kernphysiker mithalfen, die Atombombe der Nazis zu verhindern“. Darin erzählt sie die Geschichte des deutschen Physikers Wolfgang Gentner und seines langjährigen Freundes Frédéric Joliot-Curie, Nobelpreisträger und Laborleiter am Collège de France. 1940 kehrt Gentner im Auftrag des deutschen Uranprojekts nach Paris zurück, um Joliot-Curies Forschung zu überwachen und Erkenntnisse für den Bau der Atombombe zu sichern. Doch Joliot-Curie beginnt verdeckt für die Résistance zu arbeiten, sein Labor wird zum Zentrum des Widerstands. Eine Geschichte über Loyalität, Gewissen und die Frage, was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihrer Berufsehre schulden. Im Gespräch ordnet Viciano die historischen Ereignisse ein, spricht über moralische Entscheidungsspielräume, journalistische Verantwortung und darüber, welche Bedeutung Snyders Lektion zur „Berufsehre“ heute hat. Astrid Viciano arbeitete unter anderem für den Stern, Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung. Für ihre Recherchen wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik.
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