00:00:04: Und
00:00:22: herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Kontaktaufnahme.
00:00:26: Mein Name ist Hannah Dima und ich freue mich riesig auf das kommende Gespräch mit Isabel Berti, weil wir sprechen heute über ein Thema, das wir noch nie im Podcast behandelt haben – und zwar extrem Sport.
00:00:41: haben eine extrem Sportlerin gewinnen können, das heißt wir schauen uns das Ganze heute aus einer weiblichen Perspektive an.
00:00:47: Ich freue mich sehr dass du dir die Zeit nimmst mit mir im Podcast zu sprechen weil ich weiß dass du es eigentlich ungern machst und lieber Fahrrad fährst.
00:00:58: Herzlichen Dank dass du da bist und herzlich willkommen in dem Podcast!
00:01:01: Vielen lieben Dank dass ich hier sein darf und ich freue mich auch sehr hier zu sein
00:01:06: Bevor wir einsteigen in das Thema Extrem-Sport und Fahrradfahren, wer bist du denn außerhalb von diesen Extremen?
00:01:13: Mein Name ist Isabel Berti.
00:01:15: Ich bin achtunddreißig Jahre alt und ich komme ursprünglich aus der Schweiz und wohne schon ein gutes Stück hier in Deutschland.
00:01:24: Und neben dem Radfahren bin ich Freiberufliche Modedesignerin im Bereich Sport und Strick hauptsächlich Dazu mein eigenes Label, Fortinhundert.
00:01:35: Wie das ich Hand gefertigte Bikepacking-Taschen auf Maas nähe in einer kleinen Werkstattbüro ... In einer Fahrradwerkstatt Moritzberg in Johannes, in Nürnberg.
00:01:47: Und woher kommt dieser Name, Fortinhundret?
00:01:50: Fortinhundert also thousand four hundred Kilometer was mein erstes Radevent war als so ein unsupported Bikepackingerwent über thousand four hundert Kilometer.
00:02:01: und wie bist du zum Fahrrad fahren gekommen?
00:02:04: Zum Fahrradfahren bin ich gekommen, eigentlich über den Triathlon.
00:02:09: Ich hab mich bei einer Kuss-Distanzriathlon angemeldet.
00:02:13: War schon immer eine Läuferin ... Schon seit jeher bin ich geschwommen.
00:02:18: Nur das Radfahren kam neu mit dazu.
00:02:20: Also habe ich mir einen Fahrrad geliehen und er ... Mir wurde noch dem Tag vor dem Triathlon kurz erklärt wie ich hier zu schalten hätte.
00:02:28: Und ich dachte, oh, oi, ui!
00:02:30: Das Einzige was mir geblieben war, schalten nicht links und rechts und da nicht hoch und runter.
00:02:34: Nicht überkreuzt weil du machst irgendwas kaputt.
00:02:36: also habe ich den ganzen Triathlon nicht einziges mal geschaltet.
00:02:39: Ich bin das ganze in dem Gang gefahren wie es drin war.
00:02:44: Hat aber über diese zwanzig Kilometer so viel Spaß dass ich mir am Ende ein gebrauchtes Rennrad gekauft habe was sie bis heute noch fahren.
00:02:52: Und wie ist es dann extrem geworden?
00:02:54: Am Anfang ist es nicht wirklich extrem geworden sondern Ich habe angefangen mit Bikepacking-Touren, mit meiner eigenen Bikepackings-Tour.
00:03:02: Also ich bin solo vor vier Jahren circa drei bis vier Wochen unterwegs gewesen, hab ein Oneway-Ticket gebucht nach Oslo, bin dann bisschen mit dem Zug gefahren und bin vier Wochen durch Norwegen, Schweden und Dänemark.
00:03:17: Das hat mich selber so sehr inspiriert und hat mir so viel Vertrauen gegeben dass sich mich so mits dann bei einem Bikepacking Unsupported Event angemeldet haben.
00:03:29: Was ist ein unsupported Ultra-Rennen?
00:03:31: Man trägt alles und darf keine organisierte Hilfe annehmen, das heißt man ist unterwegs auf dem Fahrrad es gibt kein Begleitfahrzeug, es gibt keinen Team.
00:03:40: Es ist quasi nur erlaubt was auch allen anderen zur Verfügung steht.
00:03:45: Das heißt dass man den Läden kaufen kann, was man in Tankstellen bekommt Hotels, man darf nichts vor Bestellen organisieren sondern man macht auf dem Weg und unterwegs.
00:03:56: Das heißt, bei so einem Event von dem Start bis zum Ziel zählt dann aber auch die Zeit für Essen verbringen, die Zeit, die man zum Schlafen verbringt zu reparieren des Fahrrads wenn was kaputt geht.
00:04:10: Das heisst eigentlich ist man dafür zuständig, so klug wie möglich, sage ich mal Entscheidungen zu treffen abseits von gut in die Pedale zu treten.
00:04:18: Und die Strecken kennt man die schon vorher?
00:04:22: Also es gibt verschiedene Formate.
00:04:25: Das erste, was ich jetzt gemacht habe war eine vorgegebene Route die man quasi abfährt.
00:04:29: es gibt Checkpoints auf dem Weg.
00:04:32: genau die Checkpoints ist quasi wie eine Stempelkarte wo man sein Ziel abstellt wird und seine Zeit.
00:04:39: natürlich hat man schon ein Zeitlimit in dem man das Ganze fährt.
00:04:42: das heißt es ist ein bisschen schneller als einfach nur Urlaub zu machen ja pusht sich halt ein bisschen mehr.
00:04:49: okay das heißt man hat ne extrem lange Strecke Man muss alles selber planen, ist komplett für sich selbst verantwortlich.
00:04:58: Warum machst du da mit?
00:05:01: Ich mag die Herausforderung dabei.
00:05:05: Zum einen aber auch dass man Orte sieht, die man selber nie planen würde oder nie finden würde... Die Rennen, die ich mach hauptsächlich auch mit dem Mountainbike sind zum Teil über Berge oder an Berggipfeln entlang und da weiß man, dass da kommt kein Auto hin.
00:05:26: Da fährt kein Auto entlang.
00:05:27: Und wenn man damit eigener Kraft fährt und auf der anderen Seite von Berge wieder runterfährt und man sieht einfach nur eine Weite um sich herum die man nur mit dem Fahrrad erreichen kann dann ist das schon was ganz Besonderes.
00:05:44: Das reizt mich daran, diese Orte zu entdecken die zum Teil auch von der Natur noch so ein bisschen unberührt sind und einfach abseits vom ganzen Tourismus.
00:05:54: Wenn man da so extrem in der Natur ist, hat man dann am Schluss Kontakt mal zu anderen Menschen oder den Menschen, die wohnen überhaupt auf diesen Strecken wo man unterwegs ist?
00:06:04: Natürlich
00:06:04: trifft man auch unterwegs Einheimische und das ist was mir auch gut gefällt weil nicht wie im Urlaub an den touristischen Orten ist, wo jeder andere auch ist.
00:06:13: Sondern man trifft die Leute in einem Land zu, wie sie sind und wie sie dort leben also man oft auch eine sehr, sehr nette Gastfreundlichkeit weil auch selten die ein Radfahrer sind der vorbeikommt.
00:06:28: von daher ist das schon sehr besonderes.
00:06:31: Glaubst du dass die Menschen es eigentlich wissen?
00:06:35: da los ist?
00:06:35: und also rechnen die damit das jetzt zweihundert, dreihundert Fahrerinnen da vorbeifahren?
00:06:41: Im meisten Fall nicht.
00:06:42: Also wenn die Route auch nicht jedes Jahr dergleiche ist dann ist es für die natürlich genauso überraschend Radfahrer in ihrer vollen Montur zu sehen.
00:06:53: Genau vielleicht auch einfach etwas komisch.
00:06:56: manchmal denke ich mir
00:06:57: Und apropos überraschen was ist mit dem Wetter?
00:07:01: Also gibt es irgendwelche Bedingungen, wo diese dann nicht stattfinden?
00:07:05: oder muss man da wirklich einfach jederzeit fahren?
00:07:09: Es gibt schon auch Momente, dass Rennen manchmal verschoben werden um ein paar Stunden oder um einen Tag weil die Wetterbedingungen sehr extrem sind und sobald es der extremen Regen wieder nachlässt, begibt sich dann auf die Route wieder wenn das freigegeben worden ist.
00:07:28: Der große Teil oder ein Teil dessen ist natürlich auch, dass man lernt ein bisschen das Wetter zu lesen.
00:07:35: Dass hier öfter man draußen ist.
00:07:37: Dass man einfach die richtigen Klamotten dabei hat und dann kann es auch einfach mal ganz nett sein mit dem Regen zu fahren weil man ist ja eingekuschelt in seiner Regengacke und seine Regenhose und stellt einen dann auch wieder nicht mehr.
00:07:53: Hauptsache wenn man ist halt draußen Das ist mit dem Rad unterwegs, man navigiert.
00:07:58: Man schaut aus Essen... Also es sind so viele Dinge!
00:08:00: Es ist nicht nur das Rad von an sich was so schön dran ist sondern wirklich das Ganze auch drum herum
00:08:07: und das ganze könnte ja eigentlich auch auf einen normalen Radurlaub zutreffen.
00:08:15: im warum bist du denn dann bei diesen Ultra Events dabei?
00:08:18: Ja ich glaube die Erfahrung die man bekommt wenn man sich so wirklich schon auch an seinen Limit pusht Die hat man nicht im Urlaub.
00:08:28: Man würde sich selber, glaube ich, nicht so sehr pushen ... dass man diese extremen Erfahrungen auch erlebt und an seine Grenzen kommt.
00:08:39: Dass es mehr als nur Radfahren ist.
00:08:43: Weil man ist den ganzen Tag draußen, beschäftigt mit Navigieren, schaut, dass man genug isst.
00:08:48: Man sucht Schlafplätze.
00:08:50: Es geht darum, seinen Energielevel ständig hochzuhalten.
00:08:56: Klar, es kommen irgendwelche Hindernisse, wo man drüber steigen muss.
00:09:00: Irgendwelche Flüsse, wo auch mal durch muss.
00:09:03: irgendwelchen Berge, die man auch mal sein Fahrrad hochschiebt und ja das ist alles sehr anstrengend und steil und man verliert sich aber auch mal einfach mit Gedanken im Wald.
00:09:14: Das sind auch einfach so schöne Naturmomente.
00:09:19: Aber natürlich auch große Tiefe, die man hat.
00:09:23: Also das kann sich von zwanzig Minuten tagt und sich nur denken was mache ich hier?
00:09:29: Warum habe ich mir das ausgesucht?
00:09:31: bis hin zu oh wow also dieser Sonnenaufgang genau dafür mache ich.
00:09:36: es ist alles dabei und ich glaube dass man sich mit sich selber auseinandersetzt.
00:09:45: währenddessen ist das was mir so gut gefällt auch ein bisschen einfach.
00:09:51: Mit jedem Kilometer, den man da draußen fährt ist man halt auch ein Kilometer weiter weg vom Alltag.
00:09:55: Das heißt die Wichtigkeiten, die im Alltag sind der Druck und die Erwartung, die man sonst manchmal zu erfüllen hat, sind da draußen werden weniger und es wird leichter.
00:10:06: Am Ende ist man nur sich selbst.
00:10:09: Und eben dieser Moment, dem man auf dem Fahrrad verbringt Egal wie sehr es regnet Wie sehr es windet Wie heiß es draußen ist Am Ende macht's einfach irgendwo glücklich und leichter.
00:10:21: Es hört sich auch sehr anstrengend an.
00:10:23: Wie geht man denn mit der Erschöpfung, um?
00:10:26: denkst du da manchmal ans Aufgeben?
00:10:29: Ich glaube, ans Aufgebem eigentlich nicht.
00:10:31: Da müsste schon wirklich was Schlimmes passieren wie ein Unfall das ich aufgebe.
00:10:36: Aber die Erschöffung und wenn man wirklich an einer seiner tiefsten Punkte ist, können schon sehr tief sein.
00:10:44: Und meistens bin ich dann mit dem Gedanken so dass ich mir denke, dass ich eigentlich sehr stolz sein kann wie weit ich gekommen bin.
00:10:52: Auch wenn es gerade in dem Moment vielleicht sehr schwer ist, einfach auch zu akzeptieren dass man gerade jetzt eine kleine Pause braucht und vielleicht was gutes essen soll.
00:11:01: Vielleicht auch ein bisschen mehr Schlaf benötigt und Geduldig sein soll, auch wenn die anderen gerade alle an einen vorbeischießen und weiterfahren und man selber einfach denkt Puh!
00:11:10: Ich bin ganz schön fertig.
00:11:13: Was mache ich hier eigentlich?
00:11:15: Aber für mich selbst hilft's immer zu sagen... Sowieso Wahnsinn, dass dein Körper es erlaubt so weit zu fahren und soweit zu kommen.
00:11:26: Und das alles ist eigener Kraft, sondern sich da sehr stolz auf mich sein kann.
00:11:31: Das auch zu machen und ohne Schmerzen bis dahin zu machen.
00:11:36: Trotzdem auf mich zu gucken, wenn es ja anstrengend ist... Ich glaube ich habe jetzt über die wenn sie ihn weg gelernt, dass es auch wichtig ist immer so ein bisschen Self-Care zu haben.
00:11:50: Das heißt doch oft genug anzuhalten, wenn die Sonne sehr runterbrennt und seine Lippen einzukreben damit man ihnen nicht die Lippe geboten zum Beispiel.
00:11:58: das sind einfach so Kleinigkeiten.
00:12:00: und ja wenn man das macht dann kommt auch irgendwo wieder so ein bißchen zufriedener halt zurück und dann fährt man einfach weiter
00:12:10: ganzen Stapazen, die man da auf sich nimmt und dass viele allein sein.
00:12:16: Wie ist denn da die Extremsport-Szene im Radfahren bei den Frauen?
00:12:21: Wie viele Frauen sind dann dabei?
00:12:25: Leider sind nicht so viele Frauen dabei, wenn man sich manchmal wünscht, die an Start gehen.
00:12:30: Es sind definitiv keine Fünfzigfünfzig Prozent!
00:12:33: Ich habe jetzt die Tendenz gesehen.
00:12:36: Dieses Jahr, wo ich am Start war bei dem Atlas Mountain Race ist auf jeden Fall sehr viel mehr Frauen da sind.
00:12:42: Ich glaube das es auch Spaß macht wenn mehr Frauen am Start sind weil man einfach auch ein bisschen mehr gegeneinander fangen kann.
00:12:50: also... Bei vier Frauen am starten wenn man weiß dass man eventuell leider von den drei sein kann ist es irgendwie nicht so spaßig als wenn einfach fünfzig Frauen am started und so viele Powerfrauen die auch ihr aller Westes geben, das macht einfach viel mehr Laune da draußen.
00:13:10: Was würdest du in der Frau sagen, die sich überlegt damit zu machen?
00:13:14: Ich würde es sagen, einfach mal ein bisschen Mutig sein und machen!
00:13:18: Das Selbstvertrauen bekommt man durch vielleicht eine Erfahrung heraus.
00:13:26: also ich habe sehr viel selbst vertraut mich dann in den Start zu stellen und das zu machen bekommen, dadurch dass ich alleine auch einfach mal einen Bikepacking-Urlaub gemacht habe.
00:13:34: Also dass ich allein zum ersten Mal draußen geschlafen hab und alleine für mich gekocht habe und meine Rute geplant habe.
00:13:41: Auch beim schlechtesten Wetter dann trotzdem weitergefahren bin uns nicht abgebrochen haben.
00:13:45: Und irgendwie hat mich das am Ende alles so ein bisschen stolz gemacht, dass ich gesagt habe oh wow!
00:13:49: Ich kann das... Diese erste Route, die ich damals geplant hatte, hat so viele Höhenmeter auf eine Distanz, die mir nicht vorstellen könnte, dass sie das überhaupt schaffen.
00:13:59: Und es dann einfach zu schaffen gibt einen halt auch so einen Vertrauen.
00:14:03: und mit diesem Vertrauen kann man sich auch an eine Startlinie stellen, die sehr viele Kilometer vor sich haben mit sehr vielen Höhenmetern und dann nimmt man das einfach Stück für Stück?
00:14:17: Das ist ne gute Erfahrung, die man macht für sich!
00:14:19: Man lernt's oder so dazu.
00:14:21: Und es ist auch einfach so schön und bewundernswert, wenn andere starke Frauen mit dir diesen Event bestreiten.
00:14:30: Man vielleicht daraus auch nette, tolle Freundschaften knüpfen kann.
00:14:34: Lähnt man sich bei den Events trotzdem kennen?
00:14:36: Obwohl man währenddessen kaum miteinander sprechen kann?
00:14:40: Man sieht sich immer mal wieder, ob's aller Tankstelle ist oder beim Essen ein Werk, den man hochschiebt ... Diese Zeit des Hochschiebens, also wenn beide leiden und das Fahrrad kaum überhaupt selber tragen können.
00:14:56: Und man da das Fahrradssteine hoch hieft... ...und man philx am Fertig ist, es bindet ein irgendwie dann schon auch sehr zusammen!
00:15:06: Ja und man kann auch daraus ganz nette Freundschaften knüpfen.
00:15:12: Weil das natürlich schon mal passieren kann ja.
00:15:15: Also diese unsupported Bike Races Da gibt's ja nichts zu gewinnen am Schluss.
00:15:21: Gibt es denn wenigstens so Community-Events am Anfang und am Ende, wo man sich dann trifft und sieht?
00:15:27: Also im Start trifft man sich auf jeden Fall vorab.
00:15:30: Man merkt auch ein bisschen immer diese Nervosität oder... ...man sieht manchmal Leute wieder die man auch schon von anderen Events sieht und das ist immer ganz toll!
00:15:38: Und am Ende sowieso also dieses Wenn jeder ins Ziel kommt und man sich austauscht und jeder hat seine Geschichte erzählt was einem auf diesem Weg passiert ist bei, lass es neunhunderttausend vierhundert Kilometer sein kann jede Menge passieren.
00:15:55: Und jeder hat das ganz anders erlebt obwohl wir alle die gleiche Strecke gefahren sind.
00:15:59: und ja dass dann einfach die schönsten Momente sind einfach die Leute die auch mitfahren und davon lebt uns her ich auf jeden Fall auch und er weiß dass man sich im halben Jahr vielleicht wieder zum nächsten Event zieht und man auch einfach so Freundschaften zu gewinnt Die für manche meiner Freundin würden sagen genauso verrückt sind wie ich, ja.
00:16:24: Aber man fühlt sich doch irgendwie doch sehr normal unter den Leuten.
00:16:31: Was würdest du sagen?
00:16:33: Sind die absurdesten Moment oder schönsten Momente gewesen auf deinen Ultraschrecken?
00:16:41: Also ein meiner schönsten Moment ist jedes Mal auf jeden Fall auch der Sonnenaufgang weil der Moment wenn doch relativ lange auch nachts im Dunkeln fährt und es ist schon auch anstrengend.
00:16:53: Diese kleine Dämmerung, die sonderbar noch nicht ganz da ist aber so langsam hell wird das ist jedes mal sehr emotional für mich.
00:17:02: Und wenn der Tag anbricht dann fällt es einem sowieso wieder viel leichter.
00:17:06: Wenn man die Nacht geschafft hat... Das sind schon mit meinen schönsten Momente.
00:17:14: So real oder lustige Momente sind einfach Wenn man mich mal drüber nachdenkt, dass man vielleicht einfach auch die Nacht durchgefahren ist.
00:17:22: Und ja, nur so ein Beispiel irgendwie... ...drehenhalbfünfzig Kilometer fährt mit siebtausend Höhlenmeter und sich denkt okay, keine Ahnung wie ich das gemacht habe.
00:17:32: Kommt einen dann im Nachhinein sehr surreal vor!
00:17:35: Und gab es da schon mal gefährliche Momente oder irgendwelche Momente wo du zum Beispiel irgendwelchen wilden Tieren begegnet bist auf diesen weitem Fernstrecken?
00:17:45: Ja also Ich weiß nicht, ich sehe immer Tiere.
00:17:50: Das kann ein Fuchs sein, das kann eine Schildkröte sein, es kann eine Schlange sein.
00:17:54: Gefährlichster Angst hatte ich bis jetzt nie.
00:17:58: Obwohl ich mal von Wölfen aufgeweckt worden bin an meinem Schlafplatz die uns als Pär damals wo wir gefahren sind angeknurrt haben.
00:18:08: aber so schnell wie wir uns erschrocken haben dann auch wieder weg.
00:18:13: Ich würde eher sagen, dass es etwas Besonderes ist.
00:18:15: Dass ich was sehen konnte und erleben durfte.
00:18:19: Weil am Ende waren wir irgendwo ja auch in ihrem Gebiet oder Revier unterwegs.
00:18:25: Und die haben sich genauso gefragt, was sind das denn für zwei komische, die hier bei uns mal kurz schlafen?
00:18:34: Jetzt hast du gesagt als Pär unterwegs,
00:18:36: d.h.,
00:18:37: man kann diese nicht nur ganz alleine fahren sondern darf sich zusammen tun...
00:18:41: Ja, es gibt immer auch die Option als Team oder als Pär an Start zu gehen.
00:18:46: Das heißt man startet zusammen und man kommt auch zusammen ins Ziel.
00:18:51: das heißt auch wenn einer von den beiden natürlich aufgeben würde dann würde man aus der Wertung rausfallen.
00:18:57: Man kann's natürlich noch alleine zum Ende fahren aber man wäre nicht mehr in der Klassifikation mit drin.
00:19:03: Genau!
00:19:05: Man agiert quasi als Perf-und-Start bis zur Ziellinie.
00:19:09: Und mal zur Einordnung, ich glaube über Höhenmieter hatten wir noch gar nicht gesprochen.
00:19:13: jetzt bei dem allerersten Event was du gemacht hast.
00:19:16: Wie viele Kilometer und Höhenmeter waren das?
00:19:18: In welcher Zeit bist du das gefahren?
00:19:21: Ja mein erstes Event war ein Tausend Vierhundert Kilometer mit Vierundzwanzigtausend Höhenmetern.
00:19:27: Das bin ich nach sehr im Urlaub-Modus gefahren.
00:19:31: D.h.,
00:19:32: ich habe glaube ich bis Checkpoint sechs auch gar nicht als... Rennen gesehen, dass man sich da ein bisschen pressieren muss.
00:19:40: Sondern ich hatte einen Kilo Zelt dabei was ich nicht einmal ausgepackt habe und wo ich dann auch festgestellt hab das eine Cut-off Time gibt's habe ich mich ganz schön pressiert und hab dann hinten raus noch ein paar gute Plätze gemacht Und bin mit sieben Tagen dann ins Ziel gekommen.
00:19:55: Ja
00:19:56: Das heißt weißt du wie viele Kilometer und Höhenmeter man da am Tag so durchschnittlich fahren muss?
00:20:01: Es kommt immer auf den Event drauf an.
00:20:03: Man hat ja nichts anderes zu tun als Rad zu fahren von der Früh los.
00:20:10: Man kauft sich sein Mittagessen auf den Weg, man fährt ja manchmal keine Ahnung seine sechzehn Stunden auf dem Rad und dann schläft man und dann steht man wieder auf und fährt am nächsten Tag weiter.
00:20:20: so tut man sich so pöa-pö kilometer für kilometer abarbeiten.
00:20:28: was gibt es denn da so für Ultra Events?
00:20:31: Und welche davon bist du schon gefahren?
00:20:34: Ja, die ersten Tausend Vierne Kilometer war das Bohemien-Worderwäsch was hier in Dresden startet und man die alten bübischen Grenzen abfährt.
00:20:42: Das sind eben tausend vierne Kilometern, vierundzwanzigtausend Höhenmeter und das war das erste gefolgt dann von der Cursed Race.
00:20:52: Das ist quasi tausende sechszehnte Kilometer im Balkan.
00:20:57: Dann bin ich des Hellenich Mountain Rays gefahren Badlands, das ist zwar eher Gravel-Event in Spanien und dieses Jahr im Februar des Atlas Mountain Rays, als ich aber nicht ganz zu Ende gefangen bin weil ich einen Unfall hatte ab Kilometer sechshundert.
00:21:15: Und jetzt bist du ja eigentlich Designerin?
00:21:18: Wie fließen denn die beiden Welten ineinander?
00:21:22: also wie fließt denn jetzt bei dir das Design und der Sport zusammen?
00:21:25: Also zum einen ist das Radfahren für mich ein wahnsinniger Ausgleich zu meinem Design und zum anderen das mit dem Taschenlabel kam irgendwie auch durch den Radsport.
00:21:40: Das heißt, mit dem ersten Event und dem Fahrrad habe ich dann auch schnell festgestellt dass sich ja dafür Taschen brauche und dass die Taschen, die im Rad sind nicht so ganz perfekt passen und ich da eigentlich eine ganze Rahmtasche haben möchte.
00:21:53: und so fing es an, dass ich für event und event meine eigenen Rahmentaschen genieht hab dann auch so Sachen festgestellt habe, wie dass ich vielleicht auch gerne Trinkblase in meiner Rahmtsasche hätte weil ich einen Rucksack nicht so gern trage wenn mir das einfach weh tut oder nicht bequem genug ist und nicht ganz so zu mir passt.
00:22:14: Also hab' ich einfach zwei Reiswürfelsereien genähten extrafach für eine Trink Blase.
00:22:19: Jeder packt so ein bisschen anders und für sich, dann will man hier und da vielleicht doch noch ein Beutelchen haben.
00:22:25: Das ist eher wasserdichtes.
00:22:27: also habe ich angefangen auch kleine Beuteln zu nehmen wo ich meine Brauerbank reinmachen kann weil ich jedenfalls sicher weiß dass die Elektronik funktioniert.
00:22:35: und genau als diese kleinen Erfahrungen heraus habe ich eben das Bikepacking-Taschenlabel gegründet.
00:22:42: ja es ist quasi Radfahren Meine Leidenschaften jetzt auch mein Beruf.
00:22:49: Vielen Dank, dass du uns so einen Einblick gegeben hast in das Ultra-Cycling und wie du mit diesen Rennen umgehst.
00:22:58: Hast du noch Gedanken, denen du den Hörerinnen mitgeben möchtest?
00:23:05: Ich glaube... Das ist manchmal vielleicht gar nicht so viel Brauch, unglücklich zu sein.
00:23:12: Zumindest hat mich das Radfahren gelernt oder die Events ich mache.
00:23:15: es braucht einfach ein bisschen Mutoffenheit würde ich sagen Vielleicht auch so eine klein bisschen Bereitschaft dafür, Dinge zuzulassen wie sie sind.
00:23:26: Also Bikepacking hat mich auf jeden Fall gelernt dass man manchmal auch einfach nur das nötigste braucht zum einen mit sich zu führen aber auch in seinem Kopf alles zu sortieren für jeden Kilometer den man so hat ja So wie man auch immer wieder aussortiert was man bei jedem Event mitnimmt und was man vielleicht doch zu Hause lässt.
00:23:47: Genauso habe ich das Gefühl, hilft mir meine Gedanken bei jedem Kilometer zu sortieren.
00:23:53: Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar dass ich bei solchen tollen Events mitmachen kann und davon so viel ziehen kann für mich selber und auch für meine Arbeit.
00:24:03: Und ja am Ende fühlt sich ein kleines bisschen an wie ihr wählen ist für meine Seele
00:24:14: Wirklich extrem beeindruckend, dass Ultra-Rativents für dich Wellen sind.
00:24:19: Wenn man dich verfolgen will bei diesen Rativents oder wenn man noch bis in was sehen will – wo kann man dich denn finden?
00:24:27: Für mich folgt man unter scheeisabell und den Taschen auf tausend vierhundert Punktstudio.
00:24:33: Und wenn man sich jetzt interessiert für so ein Ultra-Radivent gibt es irgendeine Möglichkeit sowas zu verfolge?
00:24:39: Also weil das wird ja offensichtlich nicht im normalen Fernsehen überschlagen.
00:24:45: Ja, so ein bisschen wie ich auch zum Langdistance vorhin gekommen bin war eigentlich dass sich damals ganz am Anfang Freunden beim Dot-Watching zugeguckt haben.
00:24:56: und Dot-watching heißt es man bei den Events quasi einen GPS Tracker hat und online auf einer Internetseite können sich Familie und Freunde Den kleinen Dodd-Watchen.
00:25:08: Den können Sie verfolgen, wie der auf der Karte sich bewegt für Kilometer den Du quasi mit dem Fahrrad hinter dich bringst und das nennt man Dodge Watchen und das hat mir damals so wahnsinnig viel Spaß gemacht da meine Freunde zu beobachten.
00:25:26: somit habe ich mich dann auch selber angemeldet für mein erstes Event hier.
00:25:31: Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast mit mir Übers ultra Radfahren zu sprechen und danke, dass du einen offenen Einblick in deinen Kopf gegeben
00:25:41: hast.
00:25:42: Afflich können wir dazu sagen... ...dass ich definitiv keine Profisportlerin bin und die Extreme... Also für mich ist das gar nicht so extrem!
00:25:52: Die anderen vielleicht glauben, dass es ist... Na ja!
00:25:55: Sondern ich einfach wirklich gerne Radfahrer.