00:00:04:
00:00:22: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Kontaktaufnahme.
00:00:27: Mein Name ist Anne-Wassmut, ich darf sagen Herzlich Willkommen Frank Wolf!
00:00:32: Und vielen Dank dass sich heute hier in der Nürnberger Feuerwache eins in der Reutersbrunner Straße sein darf.
00:00:41: Wir sind sehr gespannt, ob oder wann wir das erste Mal unterbrochen werden.
00:00:45: Da hier in der Feuerwache die Alarme ins ganze Haus gespielt werden.
00:00:50: Wenn das passiert dann müssen wir eben kurz unterbrechen und je nachdem werde ich dann schneiden müssen.
00:00:55: Wir werden uns überraschen lassen, wir werden es hören.
00:00:58: Genau so machen
00:00:59: wir's!
00:01:00: Wie häufig kommt hier im Schnitt einen Alarm?
00:01:03: Das ist ganz unterschiedlich.
00:01:05: also es gibt Tage da ist viel los, es gibt tage da etwas weniger los.
00:01:09: aber Also fünf, sechs Alarmierungen sind bestimmt jetzt tagsüber nicht unrealistisch.
00:01:17: Wir werden es merken... Frank du bist echter Mittel Franke geboren in Erlangen aufgewachsenen Bayerstorf?
00:01:25: Ja!
00:01:26: Bist du da schon als Jugendlicher in der Freiwilligen Feuerwehr gewesen?
00:01:30: Ja ich bin mit fünfzehn zur Jugendfeuerwehr in bayerstoff gegangen und ja da hat sich das ein bisschen manifestiert dass sie das irgendwann einmal beruflich machen möchte.
00:01:41: Du hast aber erst in Bayerstorfen Ausbildung zum Werkzeugmechaniker gemacht.
00:01:47: Hast du in dem Beruf auch gearbeitet?
00:01:49: Nein, ich bin eigentlich direkt nach der Ausbildung und man brauchte ja damals noch als Zugang zur Feuerwehr.
00:01:55: Brauchten wir abgeschlossene handwerkliche Ausbildungen und da habe die abgeschlossen und bin dann eigentlich direkt zur Feuerwehre.
00:02:01: Ja also das heute nicht mehr.
00:02:02: so braucht man keine andere Ausbildung?
00:02:04: Doch!
00:02:04: Aber es gibt mittlerweile noch andere Zugangswege wie man zu einer Feuerwehr kommt.
00:02:08: Das hat sich jetzt ein bisschen geöffnet.
00:02:10: Nachdem wir ja massiv Personal brauchen, kann man jetzt auch auf anderen Wegen zur Feuerwehr kommen.
00:02:17: Okay aber der klassische Jahrzehnte lang war erst eine Ausbildung technischer Art und dann erst in die Grundausbildung oder den Grundlehrgang... Du warst zehn Jahre in München?
00:02:30: Oder hast du es dort ausgehalten?
00:02:31: Ich weiß das nicht!
00:02:32: Nein, war schön, war gut.
00:02:35: Und Spaß gemacht mit München.
00:02:37: Und da hast du die Grundausbildung Feuerwehr auf dem Programm gehabt, bist auch Ausgebildter der Rettungsassistent.
00:02:42: War das in der Ausbildung von Anfang an auch schon kombiniert?
00:02:46: Ja, in München ist es so dass die Rettungstienstlich nachdem die Feuerwehr da den Notarztdienst betreibt, die Ausbildung zum Rettungen Assistenten gegeben war.
00:02:56: Grundform in ganz Bayern ist ja der Rrettungssanitäter, den jeder in seiner Grundausbildung machen muss und dort ging's dann halt ein bisschen weiter Nebenbei Rettungsdienst gefahren, also RS oder Rettungssanitäter war er da schon.
00:03:10: Dann habe ich gedacht dann kann ich da nochmal ein Schritt weitergehen weil es mir einfach interessiert hat.
00:03:15: Medizin war echt spannend und man hat viel gelernt.
00:03:18: Und dann habe ich gesagt dann geh mal nach München, da kann ich noch ein bisschen weitermachen.
00:03:25: Der Grundplan war eigentlich nie so lange zu bleiben aber es hat einfach Spaß gemacht.
00:03:29: das war schön.
00:03:30: Es hat alles gepasst.
00:03:31: deswegen sind's dann zehn Jahre gewonnen in München.
00:03:33: Ja, und diese Kombination Feuerwehr- und Rettung ist absolut sinnvoll.
00:03:40: Dieses technische und medizinische, oder?
00:03:43: Ja genau das hat Spaß gemacht dieser Abwechslung dass man einmal die schweren technischen Sachen bei der Feuerwehr und dann doch etwas filigraneren Sachen im Rettungsdienst.
00:03:57: Diese Kombination hat halt mir immer richtig Spaß gemacht.
00:04:01: Und ist das hier in Nürnberg außer jener Feuerwache?
00:04:03: oder ist das drick da getrennt?
00:04:06: Ja, es ist ein bisschen weniger.
00:04:09: Wir haben einen RTV-Rettungswagen.
00:04:12: Das ist aber eher Ausbildungsfahrzeug weil wir ja die ganzen Rettungssanitäter für die Grundlehrgänge selber ausbilden.
00:04:19: Und dann können sie da auf Praktikum fahren, mittlerweile bilden wir auch Notfallsanitäter aus oder lassen ausbildet und organisieren das.
00:04:26: Das ist ein weiterer Zugangsweg zur Feuerwehr über den Notfall-Sanitätern, also jetzt eine dreijährige Ausbildung.
00:04:34: Wenn man den abgeschlossen hat, kann man bei uns den Anstellungstest machen und dann über den Weg zur Feuerwehre.
00:04:43: Statt der technischen Ausbildung, die drei Jahre macht man dann den Nutzern und kommt dann da drüber zur Feuerwehr.
00:04:52: Die Feuerwehr ist ja Teil des öffentlichen Dienstes und die beruflichen Laufbahn im öffentlichen Dienstgliedeln sich in vier vertikale Stufen sogenannten Qualifikationsebenen.
00:05:02: Sie bestimmen mit welcher Vorbildung ein Bewerber einsteigen kann und welche Aufgabenfelder übernommen werden dürfen.
00:05:09: Wer in irgendeiner Ausbildung als Brandmeister oder Bandmeisterin beginnen möchte, der befindet sich in der zweiten Qualifikationsebene und muss dafür nicht nur körperlich fit sein.
00:05:18: Sondern auch – so habe ich es gelesen und das habe ich lange nicht mehr gelesen – einen einwandfreien Läumen!
00:05:24: Und so heißt es euch auf der Webseite nachweisen können?
00:05:27: Das ist ja so ein fast altmodisches Wort.
00:05:30: Was bedeutet das?
00:05:32: Warum ist das so
00:05:32: wichtig?!
00:05:34: Naja, es steht ja dann dahinter Erlebtzeit für Beamtung und da wollen wir uns natürlich keine schwarzen Schafe einkaufen.
00:05:44: Deswegen wird er natürlich geschaut... Also damals im München war zum Beispiel das Thema Scientology ganz groß auf dem Plan gestanden.
00:05:53: also da hat man bei der Einstellung ich weiß gar nicht wieviel Seiten ich ausgefüllt habe dass ich keinerlei Verbindungen zu Scientology hab.
00:06:03: Das ist wahrscheinlich damit noch gemeint.
00:06:06: Und hat es auch irgendwas damit zu tun, dass ihr am Ende Jahre werdet Beamte?
00:06:12: Aber kommt ja wirklich in absolute private Bereiche vom Menschen.
00:06:19: Hat das auch damit was zu tun?
00:06:22: Ja natürlich.
00:06:23: Für uns gilt ja genau eigentlich genauso die Verschwiegenheit wie bei der Schweigepflicht für Ärzte oder Rettungsdienstpersonal.
00:06:33: Also wir tratschen das auch nicht nach außen, was wir da gesehen haben.
00:06:37: Und ja, mehr können in Grundrechte der Bürger eingreifen wenn es... Das ist übers bayerische Feuerwerk jetzt sehr geregelt und da sollte man dann schon wissen, was man macht.
00:06:50: Vorbereitet sein.
00:06:53: Was war dein erstes Feuer?
00:06:56: Mein erstes Feuer war ein PKW-Brand.
00:07:00: Ist das ein klassischer Fall oder?
00:07:02: Ja kommt öfters vor!
00:07:04: Das war mal allererster Einsatz, PKW-Brand in München.
00:07:08: Genau!
00:07:09: Und verbinden sich damit so bestimmte Rituale?
00:07:12: Also muss man dann einen ausgeben oder...?
00:07:19: Ja natürlich... Es gibt ein bisschen unterschiedliche Rituelle.
00:07:24: also es gilt eigentlich die Regel wenn man irgendwas das erste Mal macht da muss man dafür zahlen.
00:07:29: Also meistens sind vorm irgendeiner Getränkeliste oder sowas.
00:07:33: Wenn da natürlich nur irgendwelche Schnitze passieren, die werden dann auch mit Naturalien sanktioniert.
00:07:43: Ich habe irgendwo auch gehört dass Leute die noch kein richtiges Feuer hatten sozusagen nackig durch die Wache laufen müssen.
00:07:52: also auf dem Helm ist keine Nummer der Wache.
00:07:55: Ist das hier auch so in Nürnberg?
00:07:57: Na das haben wir nicht.
00:07:58: Also da seid ihr freundlich, wer es nicht ganz offensichtlich ist.
00:08:04: Wie lange wartet man so auf ein Feuer wenn man anfängt?
00:08:08: Das ist echt ganz unterschiedlich.
00:08:09: also manche haben wirklich monatelang nichts die anderen haben in der ersten Schicht schon irgendwelche Feuer oder in den ersten paar Tagen schon vielleicht richtige Zimmerbrände.
00:08:23: also das ist wirklich ganz unterschiedliche.
00:08:28: Du bist zum Wach-Abteilungsführer aufgestiegen.
00:08:31: Was bedeutet das konkret?
00:08:34: Naja, also ich habe angefangen ganz klassisch als Mannschaft in München wo man halt hinten im Heilef in der Regel drin sitzt, also im Löschfahrzeug und da halt dann wirklich mit Flasche am Rücken und Schlauch in die Wohnen geht.
00:08:52: Ich hab' dann das jahrelang gemacht, hab' meine Gruppenführerausbildung gemacht wo man dann diese Leschgruppe oder bei uns ist ja Staffel, sind ein paar weniger.
00:09:05: Dann führt und nachdem ich das erzeitlang gemacht habe, habe ich gedacht jetzt mache weiter und dann machabteilungsführer ist hier die Kombination aus Zugführer im Einsatz und Führung der Wachmannschaft auf der Wache.
00:09:21: Das ist so die Einteilung.
00:09:26: Und was führt man?
00:09:28: Die Wachabteilung.
00:09:30: Also im Einsatz den Löschzug und auf der Wache dann... Wir schreiben Beurteilungen, wir müssen die Einteilung machen wer wann welches Fahrzeug fährt oder wo drauf sitzt welche Tätigkeiten macht also die Organisation der gesamten wach Abteilung mit allen Tätigkeit und Sachgebieten die hier auf der wache anfallen
00:09:55: was nicht zu unterschätzen ist.
00:09:57: Na, das ist einiges zu tun.
00:09:59: ja!
00:10:01: Wenn ich jetzt mehr an den Einsatz vor Ort denke... Du hast jetzt so ein bisschen Einblick gegeben in diese Hierarchie oder Strukturen?
00:10:11: Wie wichtig ist es auch diese klaren Aufgabenverteilung?
00:10:17: Die ist extrem wichtig.
00:10:19: also das hilft uns wirklich weiter dass man wenn wir das vorher klar strukturiert, dass dann im Einsatz.
00:10:27: man kann die Kommunikation reduzieren weil jeder weiß ich bin heute in dieser Rolle und das sind meine Aufgaben.
00:10:34: Und dann kann man auch wirklich ohne großes erklären und reden effizient und schnell arbeiten und das ist ja das was wir wollen, was wir brauchen.
00:10:44: Kannst du das mal an so einem Beispiel veranschaulichen?
00:10:46: Also zum Beispiel Fahrzeugbrand, das würde mit dem Alarm irgendwie anfangen
00:10:51: Genau.
00:10:52: Wir fahren dann raus, da müssen wir uns natürlich durch mittlerweile eine Million Baustellenquälen eventuell die Anfahrt noch einmal ändern wenn wir irgendwo nicht durchkommen.
00:11:03: und ja dann an der Einsatzstelle hat er der Zugführer oder Wachabteilungsführer dann nochmal die Gesamtorganisation für seinen Löschzug den er dabei hat.
00:11:14: Da geht es um die Fahrzeugaufstellung, die räumliche Organisation der Einsatzstellen werden die Aufgaben verteilt.
00:11:22: Zum Beispiel erst das HLF macht jetzt auch die Brandbekämpfung, das zweite HL F kümmert sich um die Verkehrsabsicherung was wir ja unbedingt brauchen.
00:11:32: und so wird es dann aufgeteilt.
00:11:34: und da braucht man nur noch sagen ihr macht Brandbekämpfungen, ihr macht Verkehrsabssicherungen unter die Gruppenführer teilen das dann ihrer Mannschaft mit und dann weiß jeder was er zu tun hat und geht unheimlich schnell und effektiv.
00:11:49: Wenn ihr auf der Autobahn eingesetzt seid, wo kriegt ihr da Wasser her?
00:11:53: Das haben wir ja dabei.
00:11:56: Wir haben... Die Autobahn ist sehr extra beplant.
00:11:58: also wir haben unsere Löschfahrzeuge.
00:12:01: Haben wir ja schon pro Lösch-Fahrzeug circa zweitausend Liter dabei und das sollte für so ein PKW schon ausreichen erst einmal ansonsten fährt er auf die Autobahn noch sogenanntes Tanklösch Fahrzeug mit.
00:12:12: Da sind nochmal ein paar tausende Liter drauf und wir haben noch andere Fahrzeuge noch Wasser zuführen könnten.
00:12:21: Wenn wir es den brauchen, kann er mal der Lkw brennen.
00:12:23: also da kriegen wir schon was auf die Straße.
00:12:26: Also ihr seid selbst Versorger?
00:12:27: Ja!
00:12:28: Selbstversorger.
00:12:30: Wenn man Aufnahmen vom Bodycamps sieht, die Feuerwehrleute im Einsatz getragen haben, also einem richtigen Brandeinsatz in einer Wohnung oder einen Innenraum dann sieht man oft nichts.
00:12:45: Ihr seht nicht wie geht ihr da rein praktisch Technisch?
00:12:52: Ja, also zum einen haben wir tiefste Gangart ist da mal weil der Rauch natürlich sich von oben nach unten in der Wohnung füllt.
00:13:01: Das heißt unten haben wir nur die größte Chance was zu sehen.
00:13:05: ansonsten bedienen wir uns mittlerweile Wärmebildkameras, die wirklich das ganze beschleunigen dass man absuchen kann Personen suchen und so weiter Brandherd feststellen.
00:13:16: Temperaturmessung ist auch mit drin gut und schnell einen Überblick über die Situation in der Wohnung verschaffen.
00:13:24: Aber die Sicht an sich ist natürlich sehr schlecht, also...
00:13:29: Das heißt nun muss ich wirklich auch blind auf seine Kameraden verlassen bzw.
00:13:35: man geht auch nie alleine rein oder?
00:13:37: Ja
00:13:38: wir sind immer zu zweit mindestens.
00:13:41: Welche Rolle spielt Vertrauen in solchen Situationen beziehungsweise wie bekommt man das untereinander?
00:13:50: Ja, der Vertrauen spielt natürlich eine riesengroße Rolle.
00:13:57: Aber ich nenn sie mal als Männerwohnheim.
00:14:01: also wir sind ja vierundzwanzig Stunden hier auf der Wache Und da ist natürlich nicht nur Arbeiten tagsüber im Sachgebiet, sondern man hat ja auch Bereitschaftszeiten.
00:14:11: Wo die Kollegen miteinander Sport machen – das wird einmal ein Film geschaut und man sitzt beim Essen zusammen, wir kochen ja selber deswegen.
00:14:19: Männerwohnheim also auch da Die Selbstversorgung und das schweißt natürlich die Leute schon wenig zusammen, man kennt sie gut Teilweise Unternehmen, die auch privat was, da entstehen ja Freundschaften.
00:14:33: Da drüber hat man natürlich dann auch dieses Vertrauen, was man dann braucht.
00:14:37: Weil man weiß, was kann der Andere?
00:14:40: Was kann ich selber und man schaut natürlich auf sich gegenseitig.
00:14:43: Das heißt es ist vielleicht auch manchmal wichtig zu sagen... Ich kann gerade nicht!
00:14:51: Also wenn man jetzt kriege ich einen strengen Blick das gibt's nicht für euch
00:14:56: oder?!
00:14:59: Immer im Einsatz welche gibt´s nicht?
00:15:02: Na doch Ja, muss man schon offen sagen.
00:15:05: Aber dann sagt man es halt.
00:15:07: Es geht gerade nicht oder kann ja nicht und ... Dann weiß ich's aber der andere.
00:15:12: Und dann kann man Lösungen finden.
00:15:16: Du hast damit quasi schon meine nächste Frage vorweggenommen in einem Image-Spot des LFV Bayern also dem Landesfeuerwehrverband Bayern eurer Interessenvertretung Also der Interessen Vertretung der Bayerischen Feuerwehren heißt das Feuerwehr fühlt sich an wie eine zweite Familie Mit Blick auf deinen Lebenslauf, in dem auch steht Ehrenamtlich und Lebenthätigkeit.
00:15:38: Da findet sich auch irgendwie dreimal das Wort Feuerwehr unter anderem in Bayerstorf in der Freiwilligen Feuerwehr.
00:15:46: also da ist was dran habe ich schon gehört.
00:15:48: welche Rolle spielen auch die freiwilligen Feuern im Kosmosfeuerwehr?
00:15:54: Ja nachdem die frei Willigen feuer werden das ganze ehrenamtliche unentgeltlichen machen.
00:16:00: Ja, einfach sehr viel Ausbildung notwendig ist und man massiv Freizeit-Einschnitte hat.
00:16:07: Auch wenn man sich dafür entschieden hat es zu machen spielen wir natürlich schon eine sehr große Rolle.
00:16:14: also auch im Stadtgebiet wo man wirklich schlagkräftige Berufsfeuerwehr hat haben unsere freiwilligen Feuerwehren hier auch ehrenamtliche Tätigkeiten.
00:16:23: die kriegen Bereiche übertragen spezielle Einsatz Szenarien, wo Böckli nur die freiwillige Feuerwehr tätig ist und uns da unterstützt.
00:16:34: Weil wir es einfach so nicht abbilden könnten vollständig.
00:16:38: Kannst du mal ein Beispiel sagen?
00:16:40: Was ist so ein Bereich?
00:16:41: Naja zum Beispiel diese Dekontamination an Gefahrguteinsatzstellen wird bei uns auch von der FF organisiert und gestellt.
00:16:50: Da wird dann die freiwillige Feuerwehr dazu alarmiert zu diesem Einsatz, und die bauen dann diesen sogenannten Dekonplatz also Dekontaminationsplatz oder die Trupps dann rauskommen sauber gemacht werden damit wir keine Verschleppung haben an den Einsatzstellen.
00:17:04: das wird über zum Beispiel über die FF abgebildet.
00:17:08: Also wirklich elementar ist der mir vor auf dem Land noch mehr
00:17:14: Ja Und es ist halt ausbildungsintensiv, weil man kriegt dann nochmal neue Fahrzeuge und neue Gerätschaften.
00:17:25: Die Technik unterlegt einen gewissen Wandel und dann muss man sie natürlich auch damit auseinandersetzen ums dann im Einsatz bedienen zu können.
00:17:33: Das darf man nicht unterschätzen.
00:17:35: also immer das Neueste haben wollen ist das eine aber dass dann auch sicher beherrschen und bedienen können ist das andere bindet halt sehr viel Zeit in der Freizeit.
00:17:48: Du bist heute als Sachverarbeiter für Einsatzkonzepte und digitale Einsatzunterstützung tätig?
00:17:54: Das hört sich erst einmal weniger nach akutem Blaulicht, sondern auch mehr nach Strategie.
00:17:59: anbar steckt dahinter!
00:18:01: Ja also es ist generell damit die Einsatzvorbereitung zu sehen.
00:18:07: das heißt ich muss mir überlegen wie können die Kollegen an der Einsatzstelle mit meinen Informationen, die ich ihnen zur Verfügung stelle, möglichst praktikabel arbeiten.
00:18:20: Also es nützt nichts wenn ja mehrseitige Konzepte zur Verfügung stellen aber man auf der Anfahrt zum Alarm nicht dazu kommt die zu lesen.
00:18:31: also das muss kurz prägnant des wichtigste drin sein und dir halt auch vom aktuellen Stand und dass ist so mein Ziel Kollegen die vernünftige Unterlagen zur Verfügung stellen, wie sie dann den Einsatz abarbeiten können.
00:18:48: Wie hat sich da die Feuerwehrarbeit verändert in all den Jahrzehnten?
00:18:53: Die du da auch persönlich draufblicken kannst?
00:18:56: Naja es wird in vielen Bereichen einfach mehr.
00:19:00: Die Brandeinsätze ist ja nicht der Großteil Es sind viele technische Hilfeleistungen.
00:19:06: Jetzt kommen E-Fahrzeuge dazu.
00:19:10: Wir haben die Problematik Stromausfallflächendeckend.
00:19:14: Wie kommunizieren wir dann?
00:19:15: Wie geht es da weiter?
00:19:16: Es gibt ja Abteilungen, die sich bei uns Gedanken macht und da gibt's jetzt im April eine große Katastrophenschutzübung dazu um zu sehen wo können wir uns noch verbessern?
00:19:28: wie greifen die Maßnahmen die wir bis jetzt umgesetzt haben?
00:19:33: funktioniert das alles?
00:19:34: was braucht man auch?
00:19:35: wie kann man die Bevölkerung da wirklich gut schützen?
00:19:39: Und das sind so Sachen, die kommen halt nach und nach auf.
00:19:44: Energiemangellage ... Die Themen werden immer mehr oder die Sachbearbeiter nicht.
00:19:52: Mhm.
00:19:52: Du hast gerade gesagt, die große Übung, die ihr plant war eigentlich ja schon vor ein paar Wochen angesetzt.
00:19:58: Wenn ich das richtig im Kopf hab, da ist nur eine kleine Bombenfund dazwischengekommen.
00:20:05: Die Übung, die wir verschoben haben... Ja das ist am Flughafen.
00:20:09: War das die Übung?
00:20:11: Der Flughafe ist ja Werkfeuerwehrm und die müssen nach ICAO-Richtlinien regelmäßig nachweisen dass das alles funktioniert von ihren Konzepten her und da kam eben der Bombenfund dazwischen und dann wäre am nächsten Tag die Übung gewesen.
00:20:31: aber die Kollegen waren ja schon teilweise zwölf vierzehn Sechzehn Stunden im Einsatz und dann hätten die an der Übung auch noch teilnehmen sollen.
00:20:40: Und dann haben wir gesagt, das ist nicht vertretbar und deswegen wurde diese Übung verschoben.
00:20:45: Das andere im April ist jetzt diese Black Norris nennt sich das Katastrophenschutzübungen wo ein flächendeckender Stromausfall angenommen wird in Nürnberg, der länger anhält und wo man den ganzen Leuchttürme von der Stadt ja jetzt implementiert worden sind, als Anlaufstellen für die Bevölkerung wirklich beübt werden.
00:21:12: Nicht ganz unwahrscheinlich so ein Szenario wie wir durch Berlin wissen?
00:21:17: Ganz genau!
00:21:19: Ist denn so'n Bombenfund für Nürnberg fast schon Normalität als Einsatzlage?
00:21:27: Normalität würde ich es nicht direkt bezeichnen... Wir haben mittlerweile eine gewisse Routine.
00:21:35: Es kommt immer darauf an, in welchen Gebiet die Bombe gefunden wird.
00:21:41: Was haben wir jetzt eigentlich für Bombe von der Größe her?
00:21:44: Was ist es für Zünder?
00:21:47: Bei der letzten großen Bombe war's ja so, dass sie schon bewegt wurde und das legt letztendlich der Sprengmeister fest vom Sprenkommando wie mit dem Ding umgegangen wird.
00:22:00: Beschlossen muss sofort gemacht werden.
00:22:02: Deswegen auch diese nächtliche, groß angelegte Evakuierung weil es halt mitten im Wohngebiet war.
00:22:09: Wir hatten ja zwischenzeitlich schon zwei weitere Bombenfunde die etwas kleiner waren und in einem Neubau-Gebiet und da war der die Evakuierung lang nicht so umfangreich wie an dem Abend.
00:22:25: Ihr arbeitet viel interdisziplinär mit den unterschiedlichsten anderen Fachgebieten dann auch zusammen.
00:22:31: Also hast du gesagt, Sprengmeister?
00:22:33: Die Freiwillige hatten wir noch aber es gibt ja auch noch Rettungsdienste THW das ist so Alltag dass ihr zwischen den Institutionen zusammen arbeiten müsst.
00:22:43: Ja da haben wir sehr enge und sehr gute Zusammenarbeit.
00:22:46: in Nürnberg also gerade bei dieser Bombe war er dabei wie da die ganzen Organisationen ineinander spielen Grundorganisation von dieser Einsatzstelle.
00:22:59: Also man kennt sich, deswegen diese Routine die wir jetzt da mittlerweile schon haben, jeder weiß was er vom anderen erwarten kann und so.
00:23:07: also das läuft schon sehr gut.
00:23:10: meine Sache.
00:23:11: Das ist gerade erwähnt.
00:23:14: E-Autos kommen dazu?
00:23:15: Wie werden denn die gelöscht?
00:23:18: Die löschen ja genauso wie andere Autos auch mal.
00:23:20: Es gibt ein paar so... kleine Tricks, wie man sie da ein bisschen behelfen kann.
00:23:25: Natürlich kommt auch neues Material wo man erst sehen muss ob das wirklich so gewinnbringend ist.
00:23:33: also aber es kann sein dass man vielleicht etwas mehr Wasser braucht.
00:23:38: Man muss ein bissel genauer schauen.
00:23:41: Man hat andere Vorgehensweise die letzten Jahrzehnte gewöhnt war beim normalen Verbrennungsfahrzeug Aber ich denke dass es durchaus händelbar ist.
00:23:53: Ich habe irgendwo gesehen, die haben ein E-Auto in einen Wassertank reingehoben.
00:23:59: Macht ihr das auch?
00:24:01: Das kommt wirklich auf die Einsatzsituation drauf an.
00:24:05: Natürlich ist es eine Lösungsmöglichkeit, die irgendwann nochmal aufgekommen ist und man muss ja aber klaren drüber sein... Wenn ich das mache und das nicht hundertprozent erforderlich war, dass ich mir natürlich auch hinterher massiv Probleme einkaufen kann damit.
00:24:21: Dass sie dann kontaminiertes Löschwasser hat was ihr extra entsorgen muss was dann hinterher wahrscheinlich dem Fahrzeugwert gleich kommt.
00:24:29: Es ist ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt.
00:24:32: Auch hier wieder viel Fortbildung Erkenntnisse Zusammenarbeit mit anderen Stellen, die da Forschung betreiben auf dem Gebiet.
00:24:43: Also es gibt ja zum Beispiel wir haben jetzt hier ein Arbeitskreis Energiespeicher wo sich die Kollegen eigentlich jetzt bayernweit austauschen zu ihren Erfahrungen Erkenntnissen und dann entwickelt man daraus halt Strategien.
00:24:59: Ich war letztes Jahr in Berlin Auf einer Fachtagung Wo das auch Thema war kommt da die Uni und stellt ihre Ergebnisse vor, die das dann ein bisschen wissenschaftlich beleuchtet haben.
00:25:13: Also es gibt Angebote, man kann sie dafür informieren und die Zusammenarbeit und der Austausch ist halt auch wichtig.
00:25:22: Extrem beruhigend zu hören dass ihr so up to date seid aber eben auch wie wichtig das ist in diesen Bereichen.
00:25:30: Wir geben uns Mühe!
00:25:33: Wird in der Statistik was sind so typische Einsätze?
00:25:36: Also die sprichwörtliche Katze im Baum?
00:25:39: Die ist gar nicht so, an vorderster Stelle gibt es auch natürlich.
00:25:45: Ansonsten sind sie die technischen Hilfeleistungen.
00:25:48: Wir haben viele Wohnungsöffnungen wo eben Personen in der Wohnung gestürzt sind, erkrankt sind und dann die Türen immer aufmachen können.
00:26:00: Dann unterstützen wir da halt dass der Rettungsdienst die dann versorgen kann und medizinischen Versorgung zuführen können.
00:26:10: Unsere kleineren Brandeinsätze, zwischendurch ein paar größere Verkehrsunfälle, also breit gestreut.
00:26:19: Gibt es viele Brandstiftungen?
00:26:22: Es ist letztlich Sache der Polizei, dass die das dann rausfinden ob sie jetzt Brandstifte waren oder nicht.
00:26:30: auch da arbeiten wir natürlich mit mit der Polizei eng zusammen, also zum Beispiel von dem Fachkommissariat kommt regelmäßig auch jemand zu uns in die Lehrgänge und in die Fortbildungen und erklärt den Feuerwehrlern wie sie sich da an diesen Einsatzstellen verhalten sollten um die Arbeit hinterher für die Polizei nicht zusätzlich zu erschweren.
00:26:54: Also die sagen was man machen müssen das müssen wir machen hinterher selber aufarbeiten.
00:27:01: Aber es ist nicht zielführend, dass wir Wohnung zum Beispiel Besen rein hinterlassen.
00:27:06: So eine Einsatzstelle weil die Polizei dann halt einfach fasker Chance mehr hat irgendwas rauszufinden.
00:27:12: Das ist ein Vorteil gegenüber vielen anderen Gewerken wo man das strikt erwarten würde.
00:27:20: In der Vorbereitung habe ich gelernt Feuer ist nicht gleich Feuer vor allem viel hilft nicht immer viel.
00:27:27: Zum beispiel Fettbrand Kein Wasser.
00:27:31: Richtig?
00:27:33: Was ich aber eben auch gelesen habe, ihr versucht eigentlich auch immer sparser mit Wasser zu sein weil das am Ende doch verheerend vielleicht in der Wohnung für die Umgebung sozusagen ist.
00:27:45: oder du hast gerade gesagt bei dem Auto ja man muss sich schon über die Konsequenzen klar sein.
00:27:50: Ja genau wir wollen den Schaden nicht noch größer machen.
00:27:53: also es Schade oder schlimm für jemanden, wenn dem sei Zimmer- oder die ganze Wohnung ausbrennt.
00:28:01: Deswegen ist... Wir nehmen das was wir brauchen zum löschen her aber Wenn man es übertreiben und das Wasser dann unten zu Tür rausläuft Dann haben mal die anderen Mitbewohner von dem Haus vielleicht auch noch etwas davon.
00:28:16: Das wollen wir natürlich schon vermeiden.
00:28:18: Also sollte schon einigermaßen bewohnbar bleiben bis auf die die Wohnung leider gebrannt hat.
00:28:24: Was man sich dann überlegen muss natürlich im Nachgang, wie das Haus gebaut.
00:28:29: Was haben wir da für Baujahr?
00:28:31: Sind es Betontecken oder haben wir irgendwelche Fehlböden die sich mit Wasser voll saugen?
00:28:37: Dann habe ich wieder das Problem hinterher und muss mich über die Stadik von dem Gebäude Gedanken machen.
00:28:42: also ein bisschen mit Hirnen und Verstand arbeiten kann man sich hinterher ein paar Probleme sparen.
00:28:51: Also nicht einfach nur rein und drauf, sondern ihr habt im Kopf was hilft?
00:28:58: Ja.
00:28:59: Das kriegen die Kollegen eigentlich in der Grundausbildung schon gut mitgebracht weil wenn ich jetzt als Einsatzleiter an da bei so einem Zimmerbrand stehe, kann ja nicht.
00:29:10: nein also die Kollegen haben die Sauerstoffer oder Atemluftflaschen am Rücken Die Wärmebildkamera und die gehen vor, das sind sozusagen meine Augen und Ohren.
00:29:23: Was da drinnen vor sich geht?
00:29:25: Und ich muss dann entscheiden wie behandeln wir den Fall jetzt weiter?
00:29:30: aber Ich bin auf die Rückmeldung der Kollegen angewiesen und darauf werden ja wirklich geschult dass die das Detailgetreu nach außen melden.
00:29:38: Also
00:29:38: Kommunikation extrem wichtig.
00:29:41: Das
00:29:42: ist der höchste Punkt bei uns wo auch die meisten Fehler passieren.
00:29:49: Wenn ich selber jetzt in der Brandwohnung bin, also man hat immer gelernt bei Brand irgendwie alles zu.
00:29:55: Gleichzeitig habe ich mal bei irgendeiner Sendung gesehen die Feuerwehrleute kommen machen als erstes Fenster auf.
00:30:00: Was ist jetzt richtig?
00:30:04: Also Fenster zukommt daher dass man sagt man will nicht noch mehr Sauerstoff an diese Brandstelle hinkriegen Weil sie dadurch natürlich noch besser brennt.
00:30:14: wenn wir dann vor Ort sind und unser Wasser dabei haben um das wirklich zu bekämpfen.
00:30:22: Das Ganze, dann ist natürlich der Raum schon mit Rauch gefüllt und die Brandtote sind ja eigentlich Rauch-Tote.
00:30:30: Das heißt sie versterben wir nicht am Feuer sondern an der Giftigkeit des Brandrauchs.
00:30:36: Und dann machen wir natürlich um unsere Bedingungen zu verbessern Machen wir natürlich alles auf.
00:30:43: Wir haben Lüfter dabei Es gibt Schulungen, taktische Ventilation nennt sich das dann.
00:30:50: Wie man diese Rauchströme am besten leidet ohne dass man einen zusätzlichen Schaden anrichtet.
00:30:58: und das wäre dann so wahrscheinlich die Diskrepanz zwischen Fenster auf, Fenster zu, die jetzt da gerade beschrieben wurde ja.
00:31:07: Was ist ein Flash-Over?
00:31:09: A Flash Over ist eine Rauchgasdurchzündung.
00:31:13: also das heißt Es brennt, es entwickeln sich Rauchgase und die bereiten sich dann thermisch auf.
00:31:23: Und irgendwann ist dieses Rauchgas einfach so heiß dass es durchzündet.
00:31:29: Das ist da nicht ganz ungefährlich?
00:31:31: Ja das sollte man versuchen zu vermeiden.
00:31:37: Seid ihr durch eure Ausrüstung immer gut geschützt oder gibt es auch da Unterschiede im Anzug oder im Atemschutz?
00:31:45: Also gerade in so einem speziellen Fall, wenn so ganz extreme Hitze im Raum ist?
00:31:50: Ja also da haben wir jetzt die Ausrüstung.
00:31:55: Es ist ja ein Riesenmarkt an unterschiedlichen Herstellern für so Schutzausrüstungen, die natürlich geprüft sind nach Dien und allem Möglichen und das sind wir natürlich auf dem einigermaßen aktuellen Stand.
00:32:10: Unser Kleidungsstand ist auch schon paar Tage alt.
00:32:14: Es gibt gerade einen Arbeitskreis zur Beschaffung von neuer Schutzkleidungen, dass wir da auch wieder auf einem guten aktuellen Stand sind.
00:32:24: Also wir haben gute Kleidung aber es geht natürlich noch besser und ist auch extrem wichtig die Kollegen zu schützen weil wenn uns der mit irgendwelchen Verbrennungen hinterher wochenlang ausfällt dann ist das glaube ich teurer als vernünftige Schutzkleidung.
00:32:46: Gab es Einsätze, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?
00:32:58: Ja, das waren größere kleinere aber so ganz besonders... Na wüsste jetzt eigentlich keinen Sorten.
00:33:10: Muss ja auch nicht!
00:33:11: Das ist dann ja auch das Glück, dass man nichts hat was sich einem total einbrennt.
00:33:21: Wie gesagt, das waren große Einsätze dabei.
00:33:23: Es waren kleinere, wo man schon einmal ein paar Tage drüber nachdenkt.
00:33:30: aber bin ich froh dass ich das jetzt gut verarbeitet habe und da nichts mit mir rumtrag.
00:33:42: Bin nicht zufrieden!
00:33:45: Hast du schon mal Angst gehabt in einem Einsatz?
00:33:51: Ja... Mit Sicherheit gab es die eine oder andere Situation, wo man schon mit ordentlicher Respekt begegnet.
00:34:01: Richtig Angst jetzt nicht, aber wo man sagt ... So richtig Wohl habe ich mir das nicht gefühlt.
00:34:07: Das gab's mit Sicherheit ja.
00:34:11: Aber so Angstreaktionen wie ich sie bei Kollegen gesehen hab, hab ich jetzt Gott sei Dank noch nicht gehabt.
00:34:21: Wahrscheinlich ist trotzdem wichtig diese diese Respekt vor der Situation sich immer zu bewahren, oder?
00:34:28: Auf jeden Fall.
00:34:29: Auf jeden fall!
00:34:30: Also leichtsinnig dürfen wir mitmachen.
00:34:33: Bei Einsätzen die man so aus Medien kennt sind immer wahnsinnig viele Menschen zu sehen.
00:34:39: Die stehen da rum für den Line.
00:34:40: erst mal nicht verständlich.
00:34:41: das hat aber Gründe oder also ganz bleibt gesagt die mir natürlich auf die Schutzgruppe und das Thema Eigensicherung auch raus.
00:34:50: Ja also... Man muss dazu sagen, wenn da jemand rumsteht weil das die Presse vielleicht so aufgenommen hat oder gerade so eingefangen hat dann ist ja der Einsatz meistens schon gelaufen.
00:35:02: Also am Anfang ist es eigentlich eine Mangelverwaltung an Personal wo wir uns gut überlegen müssen wie setzt man jetzt unsere paar Leute die haben richtig zielgerichtet ein?
00:35:14: Die Aufnahmen entstehen dann wo der Markt eigentlich schon verlaufen ist.
00:35:20: Klar, die Presse kommt immer ein Stück später.
00:35:23: Wenn wir es dann im Griff haben... Zum einen müssen sich die Kollegen vielleicht da ausruhen weil sie im Innenangriff waren.
00:35:31: Das ist nicht zu unterschätzen.
00:35:33: Also war jetzt ein Einsatz vor paar Jahren Im Sommer bei über dreißig Grad und dann hat's richtig gebrannt.
00:35:41: Und wenn man dann gesehen hat wie die Kollegen daraus kommen Dann braucht der dringend Zeitpause.
00:35:46: also wirklich welche haben die top trainiert sind viel sport machen und dann trotzdem so sich festhalten müssen?
00:35:56: wenn sie erst aus dem haus rauskommen weil er mit dem kreislauf schon ein bisschen problematisch wird, dann glaube ich dürfen die auch einmal an der einsatzstelle irgendwo abseits stehen was trinken uns ein bissel ausruhen.
00:36:09: ja du hast es gerade gesagt mangel situation.
00:36:11: ihr kommt in situationen da es sind erstmal zu wenig menschen im Einsatz.
00:36:19: Hab vor allem auch keine Informationen vielleicht.
00:36:22: Keinen oder... Ich hab gehört, ihr seid Selbstversorger aber trotzdem wenn es größer ist muss man trotzdem auch erstmal Wasserversorgung sicherstellen.
00:36:30: also Es ist ja erst mal von allem so zu wenig.
00:36:33: Wie geht ihr damit um?
00:36:35: Habt ihr da so Standardprozesse, Protokolle oder auch dieser Druck den man dann hat wenn man eigentlich von nichts genug hat?
00:36:44: Ja das ist die Herausforderung eben des Einsatzleiters dass er das dann Zielgerichtet einteilt und Knall hat priorisiert, was muss ich sofort machen?
00:36:56: Was kann ich nach hinten schieben?
00:36:57: Was können nachgeforderte Einheiten übernehmen.
00:37:02: Die stellen dann vielleicht den Sicherheitsdrupp weil ihr wirklich alles, was ihr im Erstschlag dabei habt schon in dem Haus drin habt zur Brandbekämpfung.
00:37:11: Vielleicht muss noch jemanden suchen der in der Wohnung vermisst ist Dann wird da auch draußen keiner rumstehen.
00:37:20: Die Absicherung übernehmen dann die, die hinterher kommen und es ist eine knallharte Priorisierung, die man ziemlich emotionslos einfach durchziehen muss.
00:37:31: Emotionslos?
00:37:34: Aber ganz ohne Emotionen seid ihr ja nicht.
00:37:37: also sind ja zwei Ebenen.
00:37:40: das eine ist so wie ist es gelaufen Und das andere ist so die Verarbeitung.
00:37:47: Betreibt ihr das eine und das andere?
00:37:52: Ja, also an der Einsatzstelle direkt ist die Anspannung der Adrenalinspiegel so hoch dass man wahrscheinlich noch gar nicht so drauf reagieren werden.
00:38:06: Das kommt eigentlich alles erst hinterher wenn der Stress abfällt Wenn es dann ein bisschen Ruhe einkehrt oft auch einmal erst daheim paar Tage später.
00:38:16: Wir unterhalten uns drüber.
00:38:18: Es gibt Einsatznachbesprechungen, teilweise auch mit PSNV, also psychosoziale Notfallversorgung die man dann vielleicht dazu ziehen muss.
00:38:31: Man muss auch als Wachabteilungsführer oder Gruppenführer ein bisschen auf die Leute schauen.
00:38:38: hat sie bei denen dabei waren, irgendwas geändert?
00:38:42: ist der anders als sonst.
00:38:45: Deswegen ist ja dieses familiäre im Vorfeld das man den Kollegen ein bisschen kennt so extrem wichtig weil dann kann man nur dann kann wir hinterher beurteilen.
00:38:55: also seit dem Einsatz ist er jetzt eigentlich nicht mehr so wie vorher und dann muss man halt gezielt darauf ansprechen vielleicht direkt Hilfe anbieten und dann vielleicht auch einen Profi dazu nehmen.
00:39:07: es gibt die schöne wort der fehlerkultur.
00:39:10: Wäre es übertrieben zu sagen, von einer guten Fehlerkultur hängen euren Arbeitsbereichen Leben ab?
00:39:16: Ja.
00:39:18: Das ist wichtig.
00:39:21: Es sind wir auch auf einem guten Weg.
00:39:23: Es hat sich wirklich die letzten Jahre oder Jahrzehnte mittlerweile schon sehr viel geändert.
00:39:30: also früher Schwäche zugeben geht überhaupt nicht.
00:39:35: Also davon sind wir schon gut weg Und Fehler muss man offen ansprechen können.
00:39:42: Wir müssen gerade in diesen Einsatznachbesprechungen schauen, dass wirklich jeder zu dem Einsatz seine Eindrücke schildern kann und das auch ohne diese Hierarchieebenen.
00:39:56: Der Dienst Neuling kann genauso seine Eintrücke schilderen wie der lang gediente Gruppenführer oder Wachabteilungsführer.
00:40:05: Es zählt gleich viel, weil er das in dem Moment so wahrgenommen hat und dann muss man da einfach drüber sprechen.
00:40:10: Und nur wenn wir diese Fehler identifizieren können auch dagegen arbeiten dass uns das nicht mehr passiert und das müssen wir dann in den Fortbildungen eben auch wieder streuen damit andere die da nicht dabei waren bei dem Einsatz das auch mitnehmen können.
00:40:26: Ich glaube da könnten viele Institutionen oder Branchen wahrscheinlich von euch lernen
00:40:33: Ja, aber auch wir lernen von den anderen.
00:40:35: Zum Beispiel gibt es auch Fortbildungsmöglichkeiten hat man ja auch schon hier Kampfjet-Piloten der Bundeswehr die diese Krisenkommunikation und Briefing und das ganze Zeug da vorgestellt haben und diese Konzepte die es da gibt für diese Kommunikation uns dann näher gebracht haben.
00:40:58: und da kann man schon einiges draus ziehen.
00:41:02: Die letzten Jahrzehnte, du hast es auch erwähnt.
00:41:05: Da hat sich was verändert.
00:41:07: Wie ist das denn auch personell in der Zusammensetzung?
00:41:10: Gibt es jetzt mehr Geschlechter in der Feuerwehr?
00:41:14: Ja natürlich!
00:41:15: Frauen haben wir jetzt auch dabei.
00:41:18: Bei Feuerwehr hat's jetzt glaube ich nie verschlossen dagegen.
00:41:21: Weil das Problem immer das Einstellungstest, weil die Bedingungen für Männer und Frauen eben gleich sind.
00:41:32: Da war Gewichtheben mit drin, da war Laufen mit drin und oft war es halt so wenn Gewicht heben funktioniert hat von der Note her.
00:41:41: Dann war's vielleicht mit dem Laufen nicht ganz so oder umgekehrt.
00:41:46: aber das haben jetzt doch schon einige zu uns geschafft auch über die neuen Zugangswege zur Feuerwehr.
00:41:54: Auch in den freiwilligen Feuerwehren ist es natürlich merkwarn.
00:41:58: Das ist gut.
00:42:01: Gibt es keine Probleme damit?
00:42:03: Keine Probleme oder verändert ist auch was.
00:42:09: Die Mädels und Frauen sind gut integriert, so wie ich das jetzt beobachten kann auf der Wachabteilung.
00:42:20: Das sind da überall dabei.
00:42:22: die werden behandelt wie alle anderen Kollegen.
00:42:26: Also ich denke, dass das gut funktioniert.
00:42:28: Aber da müsste man die Frauen vielleicht einmal selber fragen wie die das so wahrnehmen?
00:42:32: Ja machen wir aber erst mal.
00:42:34: ja eigentlich schön zu hören, dass es eigentlich eben keinen Unterschied macht, dass ist egal ist sozusagen.
00:42:42: Im Einsatz arbeiten wirklich im Angristrupp, das ist ja körperlich anstrengend.
00:42:47: Wie ist der Umgang mit dem älter werden?
00:42:50: bei euch gibt es da klare Regeln, Fitness-Tests oder Altersgrenzen.
00:42:56: Nächstes gibt er diese Atemschutztauglichkeitsuntersuchung.
00:43:00: Und die macht jeder Kollege mit durch und wenn er die besteht, dann kann er ausrücken und kann da unter Atem schutz vorgehen.
00:43:10: Es ist natürlich... Also je älter man wird, desto anstrengender wird es.
00:43:15: das ist wirklich Fakt.
00:43:18: also ich glaube Rente, Renteneintrittsalter nach oben schrauben bei der Berufsfeuerwehr halte ich für kritisch, weil wenn der Retter im fünften Stock dann neben dem Patienten liegt, weil er halt mit über zwanzig Kilo Ausrüstung da hoch rennen muss.
00:43:36: Dann ist es denke ich eine zielführende.
00:43:40: Du arbeitest auch als Ausbilder an der staatlichen Feuerwehrschule Geritz Ried?
00:43:45: Was ist in der Ausbildung so das Wichtigste was du als erfahrener Feuerwehrler den Azubis mitgeben kannst.
00:43:53: Ja, also das läuft unter dem Motto aus der Praxis für die Praxis.
00:43:58: Wir machen da... Also ich speziell jetzt machte die Praxisausbildung an der Feuerwehrschule.
00:44:05: Die haben natürlich sehr gute Übungsmöglichkeiten.
00:44:08: Wir sind deutschlandweit mit diesem B-IV NDR Gang nennt sich der.
00:44:13: Das ist für diese angehenden Zugführer.
00:44:15: Deutschlandweit eigentlich einmalig sage mal so weil wir über vier Wochen reines Praxistraining machen.
00:44:24: Das werden da über zweihundert verschiedene Übungen gefahren, wo jeder mal in der Rolle des Zugführers oder eben als Trupp auf dem Fahrzeug sitzt und dann noch anschauen kann was da alles an so einer Einsatzstelle auf einen einbrasseln kann.
00:44:40: wie kann ich es kanalisieren?
00:44:41: Wie kann ich's priorisieren meine Maßnahmen zielgerichtet umsetzen?
00:44:46: und das ist in anderen Bundesländern zum Beispiel viel an der Plan-Spielplatte.
00:44:51: Also wir haben da so Platten, wo Gebäude drauf sind und dann kann man mit den Autos ein bisschen hinfahren.
00:44:58: Das ist gut für die Ausbildung um komplexe Lagen oder richtig große Einsatzlagen realistisch darzustellen aber wirklich für das Alltagsgeschäft auf der Straße.
00:45:10: diese vier Wochen Praxis sind denke ich gewinnbringend.
00:45:14: Also die Höhenreitungsgruppe, was wir haben und die Taucher.
00:45:18: Die haben ihre eigene Ausbildungszeit und das ist noch mal spezialisiert.
00:45:23: Was wir jetzt da machen, ist wirklich das Alltagsgeschäft also von Verkehrsunfällen, Zimmerbrennende.
00:45:29: Das decken mir da an der Feuerwehrschule ab für diese angehenden Führungskrifte.
00:45:35: Es gibt so typische Einsatzszenarien, die euch immer wieder begegnen... Aber letztlich ist jeder Einsatz so eine bisschen ne Wundertüte, oder?
00:45:46: Ja.
00:45:47: Kann sie Wundertüte draus entwickeln was wir viel haben es halt ja so angebranntes Essen da kommt man halt einmal etwas angetüdelt aus der Disco oder so macht sie noch schiebt sich noch fertig Pizza in den Ofen und dann schläft mal ein ganz häufig, dass so was passiert und das sind die Standard-Einsätze.
00:46:11: Dann ist natürlich die Wohnung vorauch.
00:46:13: Es geht an Rauchbahnmelder.
00:46:15: Gott sei Dank wenn er einen hat
00:46:18: Aber es ist Vorschrift oder?
00:46:20: Seit zwei tausend achtzehn glaube ich, dass alle Wohnungen Bayern mit Rauchmeldern ausgerüstet sein müssen.
00:46:26: Ich hätte jetzt gedacht, dass es vielleicht auch ein Unterschied macht, dass ihr so das merkt, dass vermehrt Rauchmeldern in Wohnungen sind.
00:46:34: Oder merkt ihr das Frage?
00:46:35: Ja, ja.
00:46:37: Ist auch gut so, wird er von uns seit Ewigkeiten propagiert, dass jeder so eine Rauchbahnmelde haben sollte weil die halt wirklich Leben retten.
00:46:50: Es gab in den Medien immer wieder Meldungen, dass Rettungskräfte vermehrt angegriffen werden.
00:46:55: und fassbar wenn ich das höre.
00:46:58: wie erlebt der das im Alltag?
00:46:59: stimmt die Statistik?
00:47:03: Die denke schon, dass sie stimmt.
00:47:07: Also mir persönlich ist es noch nicht oft passiert.
00:47:12: Es war eher ein Rettungsdienst, wenn ich unterwegs war dass da mal Leute dabei waren die nicht so ganz freundlich waren.
00:47:19: aber wahrscheinlich wegen meiner Statur und meinem grimmigen Gesichtsausdruck haben sie die Angriffe bei mich bis jetzt den Grenzen kalten denke ich immer.
00:47:31: Ich habe in der Vorbereitung den Spruch gehört wer rettet der fettelt?
00:47:36: Kennt ihr den übles Vorurteil?
00:47:42: Nein, ich glaube nicht dass es ein Vorurteil ist.
00:47:47: Also da muss ich sagen die Wachmannschaft kocht sehr gut also die Können das richtig gut.
00:47:55: Es gibt Ansätze für eine Teil des vegetarisch bis vegane Ernährung die ich aber eher ablehne.
00:48:04: Deswegen habe ich den Spitznamen Fleischwolf.
00:48:09: Und einige Kollegen witzeln halt ständig drüber, dass wenn ich mit Essen oder hier Dienst hab das dann Fisch gibt oder irgendeine Gemüse lassen oder sonst irgendwas unter uns Die ist total lecker, die machen das richtig gut.
00:48:26: Aber ich kann es nicht offen zugehen.
00:48:29: Hört
00:48:31: niemand.
00:48:31: Ja
00:48:33: sonst machen sie es sehr dauernd.
00:48:36: Das können wir nicht machen.
00:48:38: Nein, also da ist was dran... Man muss ja ein bisschen einen Vorrat haben weil meistens ist er so dass man zum Essen ausrückt oder Pausen komplett ausfallen Weil mal irgendwelche Einsätze haben oder paar Mal unterwegs sind hintereinander.
00:48:58: Und dann sparteln wir natürlich schon, nein also meine Frau zum Beispiel hält mir ständig vor dass ich so schnell ist.
00:49:04: Berufskrankheit?
00:49:05: Ja genau!
00:49:07: Naja und der Schichtdienst tut dann wahrscheinlich für den Stoffwechsel sein übriges, das man da dann bewusst auch wieder gegenarbeiten muss.
00:49:18: Aber... Wir haben ja unsere Verpflichtung, uns fit zu halten und haben dann auch Trainingsmöglichkeiten auf der Wache.
00:49:27: Und das würde ich sehr gut angenommen.
00:49:29: Also unseren Dienstsport machen wir schon auch!
00:49:33: Letztes Jahr habt ihr großes Jubiläum gefeiert.
00:49:36: Hundertfünfzig Jahre Berufsfeuerwehr in Nürnberg.
00:49:39: Da war so viel los.
00:49:40: Deshalb haben wir es jetzt erst geschafft um zum Gespräch zu treffen.
00:49:46: Jetzt hatten wir in den letzten Stunden genau eine Unterbrechung.
00:49:52: Also eher ruhig, ich möchte mich einfach bedanken dass ich hier sein durfte ein bisschen reinspitzen durfte in die Welt der Feuerwehr für deine Zeit
00:50:03: und
00:50:04: wünsche euch weiter.
00:50:05: oder wünscht man sich einen ruhigen Dienst?
00:50:07: Oder was wünschen wir uns hier?
00:50:10: Ein angenehmen Dienst
00:50:12: also in dem Sinne ich wünschte einen angenehm Dienst weiterhin.